Wenn du das hier um drei Uhr morgens liest, weil der Schmerz dich wieder wachgehalten hat...
Wenn du genau weißt, an welcher Küchenzeile, welchem Einkaufswagen, welchem Geländer du dich abstützen musst, nur um für einen Moment den Druck rauszunehmen...
Wenn du im letzten Jahr mehr Abendessen abgesagt als wahrgenommen hast, weil du keine Mahlzeit mehr durchsitzen kannst...
Wenn du jeden Raum betrittst und zuerst nach dem nächsten Stuhl suchst, bevor du sonst irgendetwas wahrnimmst...
Dann schreibe ich das für dich.
Weil ich du war.
Vor zwei Jahren habe ich meine eigene Beerdigung geplant.
Nicht wörtlich.
Aber ich hatte angefangen, diese Dinge zu tun, die Menschen tun, wenn sie aufgegeben haben. Die Bücher verschenkt. Meinen Kindern gesagt, wo die wichtigen Unterlagen liegen. Die Reise nach Schottland abgesagt, die mein Mann und ich seit 2008 zusammengespart hatten.
Ich war 66 Jahre alt.
Mein Chirurg hatte mir gerade, sehr freundlich, sehr sachlich, gesagt, dass auch meine zweite Operation vermutlich nicht anschlagen würde.
Und ich habe ihm geglaubt.
Denn zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits alles versucht.
Und nichts hatte funktioniert.